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L i c h t
in seiner Erscheinung als Farbe weist in seiner Losgelöstheit von den
Dingen auf etwas Nicht-Physikalisches, man könnte sagen, auf etwas
Metaphysisches, hin. Licht äußert sich in seiner reinsten Erscheinung
als Farbe im Weiß. Ein weißer Lichtstrahl bricht sich im Prisma in allen
Spektralfarben. Weiß ist das Reine, das Pure, das Nichtgreifbare,
schwerelos. Meine Bilder kreisen um die Farbe Weiß. Zum Teil aus dem
tiefen Dunkel kommend streben sie zum Licht, ohne jedoch nur weiß zu
sein.
Nicht
Schwarz, nicht Weiß, eher ein "Beinahe"; mir kommt der Wert "Pi" aus der
Mathematik in den Sinn - diese irrationale Zahl mit unendlich vielen
Stellen hinter dem Komma.
Schwarz und
Weiß - das sind die einzigen Farben, von denen ich eine klare
Vorstellung habe. Rot, Blau, Grün,... das sind nur so
Ungefährbestimmungen; aber Schwarz und Weiß - das ist klar. Allerdings
nur in der Vorstellung. Seh ich mir ein angeblich reines Weiß an, wie
groß ist doch da der Unterschied zwischen dem Sonnenlicht- und dem
Schattenweiß, beide male dasselbe Titanweiß z.B., welches schon neutral
gesehen (was auch immer das ist) sicherlich einen Konkurrenten hat, ein
noch weißeres Weiß.
Durch
Aufhellung einer jeden Farbe erreiche ich irgendwann einen Wert, der als
"Weiß" wahrgenommen wird. Es gibt in der Wahrnehmung also den Punkt, an
dem der Sprung von Farbe zu Weiß geschieht. Damit kann ich spielen. Es
schafft mir die Möglichkeit, eine vielleicht unendliche Variationsbreite
an so genannten weißen Bildern zu machen, immer wieder neue Stimmungen
und Klänge zu erzeugen, die das Licht selbst thematisieren. Weiß als die
letzte Möglichkeit der Erscheinung vor dem Immateriellen wird
"beschmutzt" mit einer anderen Farbe - die Individuation des Lichts.
W a s i s t , w e n n
N i c h t s i s t ?
S t i l l e u n d F ü l l e
d e r K l a n g d e s L i c h t s
W i n d h a u c h ü b e r e i n e r S o m m e r w i e s e
R a u m ist ein zweites wichtiges Thema
für meine Arbeiten. Raum zeigt sich in meinen Bildern neben dem Farbraum
durch die Linie. Die Linie betritt die Bildfläche spielerisch tanzend,
musikalisch leicht oder auch streng und geradlinig; durch die Farbe
selbst im Pinselauftrag verursacht oder durch Kratzspuren, auch durch
andere Materialien. Die Linie zeigt sich flüchtig wie ein Hauch oder
tief einschneidend bis hin zu den Grund verletzenden Sägeschnitten.
Assoziationen können vielfältig sein: Lebenswege, Spuren in der Erde,
Baumrinden, Falten, Mikro- und Makrokosmos...
Raum als Thema für meine Arbeiten führt
in den letzten Jahren mehr und mehr dazu, mich auch mit der realen 3.
Dimension zu beschäftigen. Bilder im Raum, in Stelenform, etwas
übermenschengroß kreieren gemeinsam einen neuen Raum.
Oder aber das kleine Objekt, wie ein
Spielzeug für Erwachsene können die gestalteten Quader immer wieder neu
angeordnet werden.
Sowohl in diesem Tun als auch bei längerer Betrachtung
der Bilder geschieht dann etwas Merkwürdiges: Man taucht ein und
vergisst! Es ist dies das sorgenfreie Vergessen eines Kindes, welches in
einer alten Mauerwand die Welt entdeckt und plötzlich wirklich ist!
K l a r e W i n t e r n a c h t
i m w e i ß e n F e l d s t e h e i c h
d i e S t i l l e a t m e n d
Quelle:
www.dan-hepperle.de/annaeherung.htm
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