Als
wirklichkeitsgetreues, genaues aber humorvolles Buch, "vielleicht
das poetischste, das in diesem Frühjahr zu haben ist", feiert
Rezensentin Elisabeth von Thadden in der
Zeit
vom 1. Juni 2006 diesen Versuch über die Natur,
dessen Autoren Andreas Maier und Christine Büchner ihrem Eindruck
zufolge mit allen Bereichen der Philosophie-, Literatur- und
Technikgeschichte vertraut sind, aber trotzdem seltsamen Pflanzen
wie dem Ehrenpreis oder Seifenkraut den Vorzug geben oder davon
berichten, wie sie plötzlich den Ekel gegenüber einer Kölner Taube
verloren haben. Mit großer Hingabe nimmt die Rezensentin also an den
im Buch unternommenen Spaziergängen durch die Natur und die sie
bezeichnende Sprache teil. Das Autorenduo halte fest, was den
meisten entgehe, schreibt sie bewegt. Dabei beeindruckt die
Rezensentin nicht allein das Benennen der Naturphänomene, sondern
auch die Tatsache, dass die Sprache selbst zum Thema wird.
Eigentlich würde sie deshalb lieber aus dem Buch zitieren, vorlesen,
statt selbst darüber zu schreiben. Denn sie fürchtet, der
eigenwilligen Poesie des Buches mit ihren eigenen Formulierungen
viel zu nahe zu treten.
Dieses "schmale" aber dabei "aufrührende" Buch
sollte man "langsam und bedächtig" lesen, damit es einem das Herz
öffnet, meint der eingenommene Eberhard Rathgeb in der
Frankfurter
Allgemeinen Zeitung vom 8. Mai 2006. Der Romancier
Andreas Maier und die Literaturwissenschaftlerin Christine Büchner
halten ein Gefühl und Interesse für die Natur fest, eine Haltung,
die in ihrer Generation "nicht gerade repräsentativ" ist, wie der
Rezensent meint. Bei aller Freude an Vogelgesang und dem Sprießen
von Busch und Baum handelt es sich keineswegs um romantische
Schwärmerei, sondern um eine "kritische Naturkunde", der es darum
geht, dem "Naturgefühl" die nötige "Bodenhaftung" zu geben, stellt Rathgeb klar. Die Autoren haben also beileibe kein "Pamphlet" gegen
den Zivilisationswahnsinn geschrieben, erklärt der Rezensent.
Trotzdem könne das Büchlein ein "Manifest des Widerstehens und
Weitersehens" werden, so Rathgeb zuversichtlich, dem dieses "Traktat
über den Seelensegen der Naturerfahrung" offenbar sehr gefällt.
Quelle:
Perlentaucher