Wolfgang Koeppen, Siegfried Unseld: 'Ich bitte um ein
Wort ...' Der Briefwechsel
Siegfried
Unseld an Wolfgang Koeppen: "Nun zeigen Sie doch der Welt, daß
Sie schreiben können. Immer wieder lese ich wirklich großartige
Prosa von Ihnen. Warum nicht diese lächerlichen 60 oder 100 oder 200
Seiten? Das ist doch einfach nicht einzusehen."
Ein neuer Roman von
Wolfgang Koeppen ist anzukündigen - entstanden im Briefgespräch mit
Siegfried Unseld. Die Handlung setzt 1957 ein und endet mehr als 500
Briefe später in den neunziger Jahren. Im Mittelpunkt steht die
spannende Frage, welche Faktoren die Niederschrift eines
Manuskriptes verhindern.
Die
Protagonisten: ein Verleger, der auch in den aussichtslosesten
Situationen der Maxime treu bleibt, "seinem" Autor die
Voraussetzungen zur literarischen Produktion zu gewährleisten. Und
ein Autor, der wie kein anderer das Schreiben eines neuen Buches
durch das Verfertigen von Briefen über die nicht vollendeten, weil
von den Umständen verhinderten Romane ersetzt.
Roman Bucheli (Neue
Züricher Zeitung) liest diesen Briefwechsel als die vier
Jahrzehnte währende Geschichte eines ergreifenden Scheiterns. Wie
hier ein Schriftsteller sein in lauter Notizen ausfransendes
Lebenswerk hinter ausgesuchten Formulierungen und immer neuen und
lang gehaltenen Briefen verbirgt - das sei ebenso erschütternd, wie
Unseld als Verleger in äußerster Behutsamkeit auf Konzentration und
Sammlung drängt und Koeppen damit kränkt.
Der Briefwechsel
zwischen dem Verleger Siegfried Unseld und seinem Autor und Freund
Wolfgang Koeppen ist die "atemberaubende Verarbeitung einer
literarischen Fehlanzeige", meint Harry Nutt in der Frankfurter
Rundschau.
Gerrit Bartels meint in
der taz, dass die furiosesten, bewegendsten, längsten Briefe
des Schriftstellers wegen ihres Duktus und ihrer Expressivität auch
als die literarischsten gelten müssen.
Mehr Rezensionen bei:
Perlentaucher
Wolfgang Koeppen, Siegfried Unseld:
"Ich bitte um ein Wort ..." Der Briefwechsel
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am
Main 2006
Gebunden, 584 Seiten
24,80 Euro
ISBN 3-518-41768-1
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