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Peter Kurzeck - Oktober
und wer wir selbst sind
Wieder
Oktober. Du kommst aus dem Haus. Am Morgen, noch früh. Die Straße
ist nass. Du kommst aus dem Haus und musst stehen bleiben, so riecht
es nach Herbst. Das abgefallene Laub. Gerade eben hast du aus der
Nacht deinen Traum noch gewusst und jetzt ist er weg. Du spürst
noch, wie er sich entfernt. Ein Luftzug, ein Vorhang, der sich
bewegt. Flügel, die sich sacht regen, die Schatten von Flügeln, und
dann ist er gegangen. Weg für immer. Die Tür fällt hinter dir zu.
Man kommt aus dem Haus. Das Leben ist fremd.
"Seltsam", "einmalig"
"wunderschön" "vorher nie da gewesen" meint
Andreas Maier in der ZEIT. Er ist vollkommen verzaubert
von der Prosa dieses Romans, in dem es um das Leben selber geht:
vorgeführt freilich am Beispiel von Peter Kurzecks eigenem Leben.
Erzählt werde so, wie man Kindern erzähle, und Kurzeck erschaffe
seine Welt durch ihre Benennung neu. Augenscheinlich muss man sich
durch einen Dschungel von Notizen arbeiten, durch einen veritablen
Lebenszettelkasten. Andreas Maier empfiehlt allen Erstlesern von
Peter-Kurzeck-Romanen dringend, sich auf keinen Fall von dem
absatzlosen, scheinbar handlungslosen Sprachkunstwerks abschrecken
zu lassen. Denn wer Geduld habe, wird Zeuge und Teil eines
zärtlichen Wunders, als das er die Sprache Peter Kurzecks, seinen
Blick auf das Leben nicht müde zu lobpreisen wird.
Jan Süselbeck (taz)
ist dem "eigentümlichen Sog" des Buches schnell erlegen. Es handelt
sich seiner Meinung nach um die virtuose Verschachtelung einzelner
Fragmente, die insgesamt ein monumentales literarisches
Alltagspanorama der Nachkriegszeit ergeben: Es geht um Kindheit,
Beziehungen, Freunde und Erinnerungen, die in einen gemächlichen
Prosastrom eingeflochten sind.
Peter Kurzeck:
Oktober und wer wir selbst sind. Roman.
Stroemfeld Verlag, Frankfurt am
Main 2007, ISBN 3878770537, Gebunden, 203 Seiten, 19,80 Euro
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