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Eshkol Nevo: Vier
Häuser und eine Sehnsucht
In
der Wand zwischen den beiden Wohnungen ist ein Loch, damit man von
beiden Seiten an den Schalter fürs warme Wasser kommt. Auf der einen
Seite wohnen Noa, angehende Photographin, und Amir,
Psychologiestudent. Auf der anderen Seite ihre Vermieter, Moshe und
Sima. Er ist Busfahrer, sie hat Buchhaltung gelernt, bleibt aber
jetzt zu Hause "wegen der Kinder". Im Haus gegenüber wohnt eine Familie,
deren Sohn Gidi gerade im Libanon gefallen ist.
Dessen kleinem Bruder
Yotam gehört eine der Erzählstimmen, die Nevo seinen Protagonisten
leiht: Unterschiedliche Perspektiven, Tonfälle, Seelenlagen. Noa,
die die Welt durch eine Linse betrachtet, Amir, der sich besser mit
Abschiednehmen als mit Bleiben auskennt, Moshe, der zum Missfallen
von Sima immer religiöser wird, Sima, die sich ihrer Versäumnisse
bewusst wird, wenn sie hört, wie Noa und Amir sich lieben.
Schließlich Ssadeq, der arabische Bauarbeiter, dessen Mutter von
Rückkehr träumt und noch immer den Schlüssel zu jenem Haus besitzt,
aus dem sie 1948 vertrieben wurde und in dem jetzt Moshes Eltern
wohnen.
Der Ort: Ein Vorort von
Jerusalem, in dem heute vor allem Kurden leben. Die Zeit: Jene
Spanne nach der Ermordung Jitzchak Rabins, als Terroranschläge das
Land erschüttern, die Hoffnung auf Frieden zunichte und der
Friedensprozess eingefroren wird. Im Zusammenspiel der Stimmen lässt
Eshkol Nevo das alltägliche Leben von Juden und Palästinensern mit all
ihren kleinen und großen Geschichten, Gefühlen, Nöten und
Sehnsüchten erstehen.
Pressestimmen
"Der
ständige Wechsel der Perspektiven liefert einen Schlüssel zum
Verständnis zu den Gegensätzen in Israel, zwischen europäischer und
orientalischer Kultur, frommer und weltlicher Lebensauffassung,
Juden und Arabern. Zugleich erzählt Nevo feinfühlig von Gefühlen und
Beziehungen, zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern, ganzen
Völkern." Die Welt, 3. März 2007
"Vor allem hat dieser
Roman eine gewinnende, herzergreifende Offenheit, er ist von großer
Tiefe und Vielschichtigkeit." Iton Tel Aviv
"Dieses Buch wurde wegen
seiner Schönheit und Menschlichkeit ein Bestseller, nicht, weil es
versucht, ein wichtiges Buch zu sein." Jediot Acharonot
"Mit einer Sensibilität
und Anmut, die so in der israelischen Literatur selten sind, lotet
Nevo das Territorialverhalten israelischer Familien aus." Ariana
Melamed in Ynet
Eshkol Nevo: Vier Häuser
und eine Sehnsucht
dtv, München 2007
Übersetzt von Anne Birkenhauer
440 Seiten
ISBN 978-3-423-24564-7
Euro 15,00
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