"Man
kann Bücher leider nur einmal zum ersten Mal lesen. Die großen
Autoren entschädigen für diese traurige Einmaligkeit dadurch, dass
ihre Bücher bei der zweiten und dritten Lektüre sich erst wirklich
entfalten." In zwölf Annäherungen aus höchst unterschiedlichen
Richtungen erkundet Jan Philipp Reemtsma das Schmidtsche poetische
Terrain.
Respekteinflößend findet Georg Klein in der
Süddeutschen Zeitung die Reflexionen Jan Philipp Reemtsmas über Arno
Schmidt. Dabei gefällt Klein besonders, dass Reemtsma Schmidt eben
nicht bejubelt, sondern mit "intimer Gestimmtheit" die Größe
Schmidts betont, ohne in "falsches Großtönen" abzugleiten. Reemtsma
hält Distanz, auch seine Urteile werden nie zu "Verurteilungen", was
Klein als sehr angenehm empfindet, ebenso wie die "offene" Methode
des Autors, die Reflexionen mit Exkursen, Andeutungen und
Nebenbemerkungen zu kombinieren. Dass Reemtsma den Briefwechsel
zwischen Schmidt und seinem Verleger nahezu "kommentarlos"
dokumentiert, um dann im Aufsatz zu den erotischen Stellen der
Schmidtschen Erzählung "Die Abenteuer der Sylvester-Nacht" zu einer
"lustvollen Balance" aus Zitat und Reflexion zu kommen, führt der
beeindruckte Rezensent als Beispiel für die Könnerschaft Reemtsmas
an.
Quelle:
Perlentaucher