Christa Wolff Bazart
Musik: Luigi Nono: Prometeo

Nach der Revolution

"Für den aus neun Teilen bestehenden Prometeo profitiert Nono von den Fortschritten der Live-Elektronik, die es ihm erlaubt, von Chor und Orchester erzeugte Klänge buchstäblich durch den Raum zu schicken. So legt sich in der Wahrnehmung allmählich Fragment auf Fragment, während der Hörer eingeladen wird, sich sein eigenes Theater im Kopf zusammenzusetzen.

Auch Massimo Cacciaris Libretto bietet ihm nur noch Einzelteile, teils mythologisch motiviert, teils assoziativ verschränkt. Es geht von Klanginsel zu Klanginsel (auf der zweiten wartet wieder Hölderlin). Nirgendwo ist Halt, Filter verzerren die Texte, oft schweigt sich die Musik fast ganz aus. Am Ende ist Nonos revolutionärer Prometeo auch eine Absage an jedes (musikalische) System, auch an das eigene. Nicht nur darin liegt seine Größe." (Mirko Weber, DIE ZEIT vom 3. August 2006)

Luigi Nono: "Prometeo – Tragedia dell’ascolto", Ingo Metzmacher, Ensemble Modern und Solistenchor Freiburg. EMI 5552092 (Aufnahme vergriffen, aber im Internet zu beziehen)

Mehr über Luigi Nono bei Wikipedia und in der Fondazione Archivo Luigi Nono.